LANDRADL

Ein autonomes Fahrradverleih-System für den ländlichen Raum

Die Wurzeln von LANDRADL liegen in AUNO DOMO:
Bereits seit 2017 werden am Elm und in der Gemeinde Burgdorf von Dorfeinwohnern ehrenamtlich neue Systeme von Nahmobilität entwickelt. Sie wurden dabei prozessual und fachlich professionell durch merkWATT unterstützt. Für eine dauerhafte Umsetzung wurden die beiden Vereine Elm mobil e. V. - kurz: ELMO - und Burgdorf mobil e. V. - kurz: BUMO - ins Leben gerufen. Ein Mobilitätsbaustein, der in beiden Dorfregionen von Beginn an verfolgt wurde, ist ein Fahrradverleih-System.

Dafür hat merkWATT beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine Förderung beantragt und gewährt bekommen. Damit sind Kosten für Fahrräder inklusive Verleihsoftware, elektronisches Sicherungssystem, Versicherung und weitgehend Wartung, für das Projektmanagement durch merkWATT sowie für Öffentlichkeitsarbeit abgedeckt. Das Projekt LANDRADL läuft bis Ende 2022 - danach beabsichtigen die Vereine ELMO und BUMO den Betrieb selbständig weiterzuführen. Finanzkonzepte dafür werden entwickelt - Sponsoren sind willkommen.

Nachfolgend werden weitere Hintergrundinformationen zum Projekt LANDRADL gegeben. Wer auf kürzestem Wege zu den Verleihsystemen von ELMO und BUMO gelangen möchte, kann hier abkürzen:

weiter zu LANDRADL BUMO:

https://www.burgdorf-mobil.info/landradl/

 

 

Ansatz und Ziele

LANDRADL wird es allen Menschen am Elm und in der Gemeinde Burgdorf ermöglichen, moderne hochwertige Spezialfahrräder - Lastenräder, Pedelecs sowie Falträder - bedarfsabhängig zu nutzen, ohne diese selbst besitzen zu müssen. Damit werden die erweiterten Nutzungsmöglichkeiten dieser Fahrradtypen auch im ländlichen Raum nutzbar, wo es dafür keine kommerziellen Angebote gibt.

LANDRADL ist ein soziales Mobilitätsprojekt: Es steht allen Dorfbewohnern in der Nutzung offen und wird in Kombination mit anderen Mobilitätsbausteinen umgesetzt, mit denen es ein integriertes System ländlicher Mobilität bildet – nach dem Motto: „Für jeden Menschen für jede Situation das passende Mobilitätsangebot“. 

Betrieb

Betreiber sind die Vereine ELMO und BUMO, demnach basiert das Betriebskonzept im Wesentlichen auf ehrenamtlichem Engagement der Menschen vor Ort.

An zentralen Orten in den Dorfregionen werden ein bis zwei Pedelecs stationiert, von einem „Paten“ beherbergt und gewartet (Pflege, Durchführen kleiner und Organisieren  größerer Reparaturen, Rückführung von Fahrrädern bei übermäßiger Ballung). Die Pedelecs erfüllen klassische Funktionen, wie z. B. umweltfreundliches Transportmittel, auch als Anschluss an den ÖPNV. Pedelecs stellen auch eine Rückfallebene für die Mitfahr-Systeme dar, z. B. durch Sicherstellung von Rückfahrten in Schwachverkehrszeiten. Damit kann die Akzeptanz der Mitfahr-Systeme erhöht werden.

An den Abstellorten werden „elektronische Umzäunungen“ definiert, aus denen die Fahrräder entnommen und in die hinein sie wieder zurückgegeben werden (müssen). Umzäunung und Buchung erfolgen über eine App, die auch ein elektronisches Schloss beinhaltet. Ein*e Entleiher*in bucht also per App ein Pedelec an einem definierten Ort und kann dann über die App das Schloss öffnen und schließen.

Nach Benutzung wertet das System das Fahrrad erst dann als zurückgegeben, wenn es in einer der elektronischen Umzäunungen abgestellt und bestätigt wurde, dass der Akku zum Nachladen ans Stromnetz angeschlossen ist.

An einigen Verleihstationen wird zusätzlich ein Lastenfahrrad angeboten. Darin können größeres Gepäck oder Einkäufe genauso mitgenommen werden wie auch bis zu zwei kleine Kinder. So steht einem Familienausflug auf Zweirädern auch dann nichts im Wege, wenn die Kleinen noch nicht selbst in die Pedale treten können. Die Lastenfahrräder können ebenfalls elektronisch ausgeliehen werden, sie werden in dasselbe Buchungs- und Sicherungssystem wie die Pedelecs (s. o.) integriert.

In jeder Dorfregion wird ein komfortables Faltfahrrad mit drei Zwecken zur Verfügung gestellt:

  1. Die Paten des Verleih-Systems können mit Hilfe des Faltfahrrades die Pedelecs „aufräumen“, so dass diese in der Dorfregion gut verteilt sind (mit dem Faltfahrrad wird zu einem rückzuführenden Pedelec gefahren, dann kann mit diesem und dem Faltfahrrad als Gepäck zum Zielort des Pedelecs und mit dem Faltfahrrad wieder nach Hause gefahren werden).
  2. Das Faltfahrrad kann von Interessierten als Grundlage für eine eigene Kaufentscheidung getestet werden.
  3. Im Einzelfall kann das Faltfahrrad im ÖPNV oder im Auto mitgenommen werden, um es  für die Mobilitätskette Fahrrad-ÖPNV-Fahrrad oder Fahrrad-Pkw-Fahrrad einsetzen zu können. 

Sie sind interessiert? Dann freuen wir uns auf Ihren Kontakt. Selbstverständlich beantworten wir auch gern Ihre Fragen.